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Bilfinger Noell stellt supraleitende Magnetsysteme auf internationaler Konferenz "MatX" in Nürnberg vor

25.07.2018

Wie sehr Materialien unsere Zukunft beeinflussen, zeigte die internationale Konferenz über Materialinnovationen MatX, die vom 27. bis 28. Juni 2018 in Nürnberg stattfand. Ausgerichtet von Bayern Innovativ und in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie waren Innovationsexperten eingeladen, das neue Maschinenzeitalter zu untersuchen, über Verbundwerkstoffe für die Mobilität der Zukunft zu diskutieren und ihre Entwicklungen zu präsentieren.

Im Mittelpunkt von MatX standen dabei neue Materialien, das Wissen, wo man neue Werkstoffe in der Zukunft wird einsetzen können und der Austausch zwischen erfahrenen Fachleuten, Entwicklern und Technologen. Das spiegelt sich auch im Namen der Konferenz wider: Das X steht für "Xperience", als die Erfahrung und das technische Knowhow, welches für die Entwicklung und den gewinnbringenden Einsatz neuer Werkstoffe notwendig ist.

Hier konnte Bilfinger Noell Geschäftsführer Dr. Ronald Hepper gleich mit zwei Fachvorträgen darstellen, wie durch High-Tech Kompetenz die vorgegebenen Ziele erreicht und erfolgreich umgesetzt werden können. In seinem ersten Vortrag befasste sich Ronald Hepper mit supraleitenden Magnetsystemen. Supraleiter sind Materialien, deren elektrischer Widerstand plötzlich auf null fällt, wenn sie unter eine charakteristische kritische Temperatur abgekühlt werden. Bilfinger Noell verwendet für supraleitende Magnete verschiedene Arten von Supraleitern. Die Wahl des Leiters richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Anwendung. So werden für Permanentmagnete wegen der geringen Ströme etwa einsträngige Kabel verwendet; bei Beschleunigermagneten, die eine hohe technische Stromdichte und hohe Feldqualität erfordern, werden dagegen Rutherford-Kabel eingesetzt. Für Fusionsmagnete, die eine effiziente Kühlung für große Spulen benötigen, werden sogenannte CICC (Cable-in-Conduit-Conductor) verwendet. Kostentreiber auf diesem Gebiet ist die Kühlung auf sehr niedrigen Temperaturen und die Entwicklung eines supraleitenden Systems. Ronald Hepper konnte das interessierte Fachpublikum hier mit jahrzehntelanger Erfahrung und spannenden Referenzprojekten überzeugen. So kommt die Noell-Technologie beispielsweise bei der Experimentieranlage Wendelstein 7X, dem Doppelringbeschleuniger SIS100 in der internationalen Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt oder dem Teilchenbeschleuniger LHC am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf zum Einsatz.

Der zweite Vortrag des Geschäftsführers widmete sich Schwungradspeichern. Das von Bilfinger Noell vorgestellte FlyWheel ist ein auf Supraleitung basierendes Schwungrad, das entwickelt wurde, um Stromschwankungen auszugleichen, die unter anderem bei der regenerativen Energieerzeugung auftreten. Dabei ist das kompakte FlyWheel mit seiner hohen Leistung von einem halben Megawatt besonders umweltfreundlich und nachhaltig, da es anders als Batterien quasi beliebig oft geladen und entladen werden kann, ohne an Kapazität zu verlieren.

"Wir nutzen unser Wissen, um supraleitende Lager so zu bauen, dass der schwebende Rotor mit der Motor- bzw. Generatoreinheit berührungslos interagiert, also ohne aktives Eingreifen von Regelsensoren. Das Schwungrad ist so groß wie ein LKW-Reifen und rotiert einige tausendmal pro Minute, nimmt dadurch Energie auf oder gibt sie ab und unterstützt somit die Netzstabilität," erklärt Dr. Ronald Hepper.

Bilfinger Noell, mit Sitz in Würzburg, ist ein Unternehmen der Bilfinger SE und weltweit als Spezialmaschinenbauer branchenübergreifend tätig. Die Stärken von Bilfinger Noell sind innovative Lösungen durch den Einsatz effizienter Technologien, sei es in der Forschung, der Energiespeicherung oder in der Verfahrenstechnik. Neben der engen Zusammenarbeit mit Großforschungseinrichtungen zählen auch die Petrochemie, der Energietechnik-Sektor sowie die Klimaforschung zu den Kernbranchen der Gesellschaft. Das Leistungsspektrum reicht vom Engineering, Entwicklung, Planung, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme bis hin zum Betrieb der gelieferten Anlagen und deren Einrichtungen. Im Fokus stehen Speziallösungen und Sondermaschinenbau für Anwendungen aus der Kryo-, Magnet-, Verfahrens-, Vakuum- und Supraleittechnik.